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Das Geheimnis des Osterluzeifalters und wilde Orchideen in den Donau-Auen!

Zoologische und botanische Kostbarkeiten im NP Donau-Auen

 
(Orth/Donau, 07.05.2009) Wer dieser Tage einen Spaziergang durch die Donau-Auen macht, kann mit etwas Glück einen sehr seltenen Falter entdecken – den Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena). Etwas weniger Glück, aber doch gute Augen braucht man zum Entdecken der heimischen wilden Orchideen. Kleines Knabenkraut (Anacamptis morio), Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)und Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)zeigen sich derzeit recht üppig im Gebiet des Nationalpark Donau-Auen.
 
Osterluzeifalter, in Österreich vom Aussterben bedroht
Der Osterluzeifalter gehört zur Familie der Ritterfalter (Papilionidae). Er ist in ganz Südeuropa/ Südosteuropa bis in ca. 1000 m Höhe anzutreffen, in Ausnahmefällen sogar bis 1700 m. Er bevorzugt offene Landschaften, wie Wiesen oder auch felsige raue Gelände, wo seine ausschließliche Futterpflanze, die Osterluzei (Aristolochia clematitis), wächst - womit auch das Geheimnis um seinen außergewöhnlichen Namen gelüftet wäre. Der Osterluzeifalter ist nach seiner Futterpflanze, ohne die er nicht leben kann, benannt. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Osterluzei eine sehr giftige Pflanze ist. Der Inhaltsstoff Aristolochiasäure wird von der Raupe aufgenommen und bleibt auch im Falter erhalten.
 
Da im Nationalpark die Osterluzei verbreitet ist, ist natürlich auch der Osterluzeifalter nicht weit und kann dieser Tage sehr gut beobachtet werden. Der Osterluzeifalter ist sehr ortstreu und besitzt im Nationalpark Donau-Auen eines der wichtigsten Vorkommen in Österreich.
 
Merkmale und Lebensweise des Osterluzeifalters
Die Grundfarbe des Falters ist ein helles Gelb mit schwarzer und roter Zeichnung, am Rande der Flügel verläuft ein schwarzes Wellenmuster. Nach der Paarung werden die Eier an der Osterluzei abgelegt und die Raupen schlüpfen nach ca. einer Woche. Die Raupen, die sich ausschließlich von der giftigen Pflanze ernähren, sind nach 4-5 Wochen ausgewachsen und verpuppen sich anschließend. Die strohfarbenen Puppen überwintern an der Futterpflanze, der Falter selbst schlüpft im darauffolgenden Jahr zur Frühlingszeit, im April und Mai. Er lebt nur wenige Wochen.
 
Wilde Orchideen im Nationalpark Donau-Auen
Ein weiteres Naturschauspiel ist derzeit im Nationalpark Donau-Auen zu sehen und bestaunen. Wilde Orchideenarten wie Kleines Knabenkraut, Helm-Knabenkraut und Spinnenragwurz blühen und gedeihen am Hochwasserschutzdamm zwischen Ölhafen und Schönauer Schlitz. Während sich viele Orchideenfreunde jahrein jahraus heftig bemühen müssen, dass diese sensiblen Pflanzen in Blütenpracht erstrahlen, gelingt dies der Natur jedes Jahr aufs Neue völlig natürlich und ohne jede Anstrengung.
 
Verbringen Sie doch einen wunderbaren Frühlingstag in den Au-Wäldern des Nationalparks und entdecken Sie die Geheimnisse, die die Natur im Mai für Sie bereit hält.
 
 
Fotos: MA49, Baumgartner, Gepp. Die Veröffentlichung ist unter Nennung des Fotografen und in Zusammenhang mit Berichten über den Nationalpark Donau-Auen honorarfrei.
 
 
Rückfragen richten Sie bitte an:
 
Nationalpark Donau-Auen GmbH
Bettina Schuckert
Tel.: 02212/ 3450-16
Mobil: 0676/ 84 223 553
b.schuckert@donauauen.at  
 
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12.05.2009,