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NP Kalkalpen: Erstmals Luchs in Österreich besendert

Jungluchs besendert und wieder in Freiheit entlassen

 
(Molln, 30.01.2009) In der Nacht vom 28. auf den 29. Jänner wurde ein besenderter Jungluchs im Nationalpark Kalkalpen frei gelassen. Es handelt sich dabei um ein Jungtier, das im Bezirk Kirchdorf auftauchte und mehrmals gesichtet werden konnte. Die „Projektgruppe Luchs“ hat sich des Themas angenommen. Die Projektgruppe, die aus der Landesjagdbehörde, dem OÖ Landesjagdverband, dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde, dem Naturschutzbund Oberösterreich, Amtstierarzt, den Österreichischen Bundesforsten, dem WWF und der Nationalpark Kalkalpen Gesellschaft besteht, ist nach einem Managementplan vorgegangen. Der Luchs ist ein bedeutender Bestandteil der natürlichen Artenvielfalt und für den Menschen ungefährlich.
 
Der Jungluchs wurde am Mittwoch, 28. Jänner unter Mithilfe des Tierparks Enghagen vom Amtstierarzt Dr. Herbert Seiringer, Dr. Petra Kazcensky (Institut für Wildtierkunde der Universität Wien) und dem Luchsexperten DI Thomas Huber eingehend untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um ein männliches, 14 kg schweres, gesundes, Jungtier handelt, das keine Anzeichen einer Gehegehaltung aufwies. Daraufhin wurden Blut- und Haarproben zur weiteren genetischen Untersuchung entnommen. Schließlich wurde der Luchs mit einem Chip versehen, mit einem gut sichtbaren Halsband besendert und nach weiterer Beratung, in großer Entfernung zum Fangort, im Nationalpark Kalkalpen wieder in die Freiheit entlassen.
 
Der vom Nationalpark Kooperationspartner Energie AG Oberösterreich zur Verfügung gestellte Halsbandsender ermöglicht nun eine GPS Telemetrie, mittels der die Aufenthaltsorte des Luchses festgestellt und seine Aktivitäten überwacht werden können. Nationalpark Mitarbeiter DI Christian Fuxjäger wurde mit der Beobachtung des Tieres beauftragt. Aus den Aktivitäten des Jungluchses erwartet sich die Projektgruppe Luchs auch wertvolle Hinweise auf das Raumverhalten von Luchsen, ihren Nahrungspräferenzen und auf das Sozialverhalten.
 
Entscheidend für die weitere Zukunft des Jungluchses wird sein, ob er in der Lage ist, sich zu ernähren und den Winter zu überstehen. Dabei muss er auch ein artgerechtes Verhalten zeigen und sollte menschliche Siedlungen möglichst meiden. Die „Projektgruppe Luchs“ wird das weitere Verhalten des Jungluchses beobachten und dokumentieren sowie weitere Maßnahmen zum Schutz des Luchses mit allen Projektpartnern der Arbeitsgruppe abstimmen.
 
Rückfragehinweis:
Nationalpark O.ö. Kalkalpen Ges.m.b.H.
Nationalpark Allee 1
A-4591 Molln, 07584/3951, Fax 3654-291
www.kalkalpen.at

 
Nationalpark Kalkalpen/ Kettenhummer
 
Luchs vor Besenderung 
Josef Limberger
 
Luchs bei Besenderung und Untersuchung 

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30.01.2009,